Pittler ProRegion will Ausbildungszentrum in Langen erweitern

Die Pittler ProRegion Berufsausbildung GmbH in Langen gilt als eines der größten und modernsten Aus- und Weiterbildungszentren im Rhein-Main-Gebiet. Nun will die PBA ihren Standort weiter ausbauen.

– Die Pittler ProRegion Berufsausbildung GmbH (PBA) bildet aus, weiter und ermöglicht sogar Umschulungen und ein praxisnahes Studium in technischen Berufen – etwa als Mechaniker und Elektroniker. Da die Nachfrage steigt, möchte der Langener Betrieb weiter wachsen und dafür ein zusätzliches Betriebsgebäude errichten. Entstehen soll es auf einem Grundstück an der Ecke Siemens- und Triftstraße, südlich des bereits bestehenden Ausbildungszentrums. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf voraussichtlich 6,1 Millionen Euro. Abzüglich eines KfW-Investitionskostenzuschusses von 1,34 Millionen will die PBA den Neubau komplett selbst finanzieren, sodass auf die beiden Träger der Gesellschaft – die Stadt und seit 2006 die Stiftung ProRegion der Fraport AG – keine Kosten zukommen.

Erst 2018 war ein weiteres Betriebsgebäude eröffnet worden. Doch innerhalb kürzester Zeit ist die PBA wieder an ihrer räumlichen Kapazitätsgrenze angekommen. „Wir stehen erneut an der Schwelle zu einer Expansion“, sagt Geschäftsführer Thomas Keil. Zwar sind die Auszubildenden nie alle gleichzeitig vor Ort, sondern einen Teil der Zeit auch in der Berufsschule sowie bei Partnerbetrieben. Aber mit dem Anstieg der Gesamtsumme erhöht sich auch die Zahl derer, die in Langen betreut werden: durchschnittlich 75 Azubis in sieben Ausbildungsberufen waren es im Jahr 2000, 177 Azubis in elf Berufen 2010 und 290 Azubis in 17 Berufen im Jahr 2020.

Dass die Nachfrage wieder sinkt, ist nicht anzunehmen. Im Gegenteil: „Obwohl Fraport aus Pandemiegründen aktuell nur etwa ein Drittel der üblichen Menge an Azubis bei uns hat, ist die Gesamtzahl aller Azubis am Standort erfreulicherweise gleichgeblieben. Wenn der Flughafenbetreiber in naher Zukunft wieder zur normalen Stärke zurückkehrt, wird es allein schon deswegen eng“, erläutert Keil. Zudem zieht ein großer Elektrokonzern in Betracht, ab 2023 mit der PBA zu kooperieren, da er die eigene Ausbildungswerkstatt schließt und einen Partner für die Ausbildung im Rhein-Main-Gebiet sucht. Auch mit einem Unternehmen aus der Pharmabranche steht eine Zusammenarbeit in der Zukunft im Raum.

Das geplante neue Gebäude soll in seiner Ausführung dem 2018 eröffneten gleichen. Im dritten Stock sind ebenso wie in dem Gebäude Siemensstraße Zimmer zur Übernachtung von Auszubildenden und Schulungsteilnehmern geplant. Für Kfz-Stellplätze soll es eine Tiefgarage geben. Neben einem Ausbildungs- und Schulungstrakt ist eine doppelstöckige Halle vorgesehen. Die Flächen sind für die Zusammenführung der Elektroausbildungsberufe vorgesehen; diese verteilen sich zurzeit auf Gebäudeflächen in der Ampèrestraße sowie auf zwei Hallenflächen in der Siemensstraße. Durch die Zusammenführung unter einem Dach könne PBA wesentliche Synergien nutzen.

Das Grundstück für den Erweiterungsbau befindet sich über die Beteiligungsmanagement Langen GmbH (BML) im Eigentum der Stadt. Wie schon beim jetzigen Betriebsgelände soll die Nutzung durch PBA mittels Erbbaurecht erfolgen. „Durch die neuen Kapazitäten könnte die PBA pro Ausbildungsjahr etwa 20 bis 30 Auszubildende zusätzlich aufnehmen, somit würden über vier Jahre circa 100 bis 120 Plätze zusätzlich entstehen“, kündigt Keil an. Der Erweiterungsbau soll zudem flexibel ausgerichtet werden, um auf wirtschaftliche oder bildungspolitisch bedingte Entwicklungen reagieren zu können.

Die Stadt freuen die Expansionspläne. Für Bürgermeister Jan Werner ist die PBA ein Aushängeschild, dessen guter Ruf weit über Langen hinaus strahlt. „Die PBA macht aus jungen Menschen hoch qualifizierte und auf dem Markt gefragte Fachkräfte und ist zudem ein finanziell gesundes Unternehmen mit einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung“, sagt er. Den Grundsatzbeschluss für den Neubau muss die Stadtverordnetenversammlung fällen. Zudem ist ein Beschluss des Aufsichtsrats der BML und der Gesellschafterversammlung der PBA, in der neben der Stadt (BML) auch Vertreter der Stiftung ProRegion sitzen, nötig.

Über die Erweiterung der PBA soll das Stadtparlament am 2. Dezember abstimmen. Zuvor diskutiert der Haupt- und Finanzausschuss am 16. November. (jrd)

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